Kiefersperre

Im Unterschied zur Kieferklemme, bei welcher der Kiefer schwer zu öffnen ist, kommt es bei einer Kiefersperre zu einer Behinderung beim Schließen des Mundes.

Was passiert im Gelenk?

Die Gelenkscheibe (Discus articularis) – die eigentlich oberhalb des Gelenkkopfes liegt – rutscht hinter diesen und blockiert das Schließen des Kiefers. Den Mund wieder zu schließen ist dann unmöglich oder geht nur sehr langsam und unter großen Schmerzen.

Die Ursache der Kiefersperre ist eine extreme Fehlstellung des Gelenks und nicht zu verwechseln mit der Kieferklemme, bei der die Gelenkscheibe sich nach vorne fehlgelagert hat.

Im äußersten Fall der Kiefersperre kommt es zu einer Überdehnung bis hin zum Ausrenken des Kiefergelenks.

So überdehnt sich der Kiefer:

Ist die Gelenkkapsel ausgeleiert und sind die Bänder sehr strapaziert, dann hat der Gelenkkopf einen sehr großen Bewegungsradius. Wenn jemand dann gähnt oder den Kiefer ganz weit öffnet, beispielsweise um einen großen Biss zu nehmen, passiert folgendes: Dann wandert der Gelenkkopf zu weit nach vorne und überwindet dort sogar noch ein kleines Hügelchen, das die Natur als Sperre eingebaut hat, das „Tuberculum articulare“ und springt aus der Gelenkbahn.
In diesem Fall kann der Mund nur mit einem Spezialgriff wieder geschlossen werden, mit dem das Gelenk wieder eingehakt wird.

Nach einem solchen akuten Vorfall ist es sehr sinnvoll, für die Ermittlung der Ursache und für die weitere Behandlung eine computergestützte Analyse des Kiefers vorzunehmen.
Für die Therapie kommt häufig eine Gelenkzentrikschiene zum Einsatz, damit sich das gereizte Gelenk wieder erholen kann, bei dem in solchen Fällen oft die Gelenkkapsel entzündet ist.

Gelenk-Zentrik-Schiene im Unterkiefer bei geschlossenem Mund
Gelenk-Zentrik-Schiene im Unterkiefer bei geschlossenem Mund
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