Abgenutzte Zähne

Die gute Nachricht zuerst: Zähne sind viel haltbarer als viele Menschen glauben. Genetisch sind sie sogar darauf ausgelegt, 120 Jahre alt zu werden. Unsere Zähne könnten uns also problemlos überleben – eigentlich.

Zum Thema, was Zähnen schadet wiederum kursieren viele Gerüchte, die sich hartnäckig halten: So hören wir immer wieder, dass harte Brotkrusten oder das häufige Essen von Rohkost die Zähne abnutze. Da können wir Sie beruhigen: Das ist schlicht falsch. Gesunde Zähne sind problemlos in der Lage harte Nahrung zerkleinern.

Noch viel hartnäckiger hält sich das Gerücht – sogar in Fachkreisen – dass Stress die Ursache für abgenutzte Zähne oder das Knirschen sei. Auch das ist nicht richtig. Stress kann höchstens ein bestehendes Problem verstärken. Der Stress selbst macht aber nicht die Zähne kaputt und ist in den seltensten Fällen die Ursache für das Knirschen.

Was passiert, wenn sich Zähne abnutzen?

Werden Zähne abgenutzt, wird der Zahnschmelz abgekaut. Sobald diese schützende Hülle des Zahns heruntergekaut ist, wird die nächste Zahnsubstanz freigelegt, das Dentin, auch Zahnbein genannt.

Diese Substanz ist weicher als der Zahnschmelz und die Abnutzung des Zahns schreitet dann noch schneller voran, sobald diese Schicht erreicht ist.

Besonders bei den vorderen Zähnen, den Schneidezähnen, legen wir ja alle großen Wert auf schöne Zähne und ein strahlendes Lächeln. Kommt es durch die Abnutzung zur Verkürzung oder Verfärbung, brechen die Zähne sogar ab – spätestens dann schlagen die Patienten Alarm –zurecht!

Doch, Zähne nutzen sich nicht einfach so ab.
Unsere Aufgabe ist es, den Ursachen auf den Grund zu gehen, die sehr unterschiedlich sein können.

Mögliche Ursachen für abgenutzt Zähne

Eine simple, aber gravierende Ursache für abgenutzte Zähne kann es sein, dass ein Material zum Einsatz kam, das dem gegenüberliegenden Zahn schadet: Bei Brücken, Kronen und Implantaten werden häufig Materialien verwendet, die viel härter sind als die Zähne. Wird dieses Material im Gebiss nicht perfekt eingeschliffen und nicht an den gegenüberliegenden Zahn gut angepasst, leidet dieser Zahn darunter: Er nimmt Schaden, weil das harte Material – der gegenüberliegenden Krone zum Beispiel – ihn langsam abnutzt.
Das kann in einem sonst völlig intakten Kiefer passieren, der keine Fehlfunktionen aufweist.

Gerade bei abgenutzten Frontzähnen, den „Schneidezähnen“, kann die Ursache zum Beispiel in einem Fehlen der großen Backenzähne begründet sein: Klaffen hier über längere Zeit Lücken, so geht der Patient dazu über, die Nahrung vorne, mit den Schneidezähnen, zu zerkleinern. Doch dafür sind die vorderen Zähne einfach nicht gemacht. Sie sollen Speisen abbeißen oder abnagen. Übernehmen sie auch das Zerkleinern, nutzen sie sich bald erkennbar ab.

Schreitet der Verschleiß der Zähne weiter voran, bleibt der Zahnersatz davon meist unberührt, was die Kieferprobleme allerdings vergrößert: Denn ab einem gewissen Punkt der Abnutzung sind die Zähne niedriger im Gebiss als der Zahnersatz. Um die Nahrung dann noch gut kauen zu können, wird immer mehr Muskelkraft nötig, weil die Kronen, Implantate oder Brücken verhindern, dass die abgenutzten Zähne beim Kauen aufeinandertreffen.
Das wiederrum führt zu einer größeren Belastung des Kaumuskels, und auch das Zähneknirschen hat immer dramatischere Folgen.

Wir können hier natürlich nur beispielhaft die Gründe für abgenutzte Zähne anreißen. Was genau in Ihrem Fall der Auslöser für eine Abnutzung ist, werden wir für Sie und mit Ihnen klären.

Die Auswirkungen

Sind die Zähne abgenutzt, wirkt sich das immer auch auf die Lage des Kiefergelenks aus, das dann nicht mehr „im Lot“ ist. Der Kiefer verschiebt sich, der Gelenkkopf des Kiefers gräbt sich tiefer in die Gelenkgrube ein. So erhält das Kiefergelenk immer weniger Spielraum, was beim Fortschreiten der Abnutzung wachsende Probleme mit sich bringen kann.
Deshalb sollte bei erkennbar abgenutzten Zähnen unbedingt das Kiefergelenk auf Funktionsstörungen überprüft werden.

Weitere Folgen der Abnutzung können sein:

  • Knochenabbau (Zähne und Kiefer!)
  • Implantate können sich lockern
  • Die keramische Verblendung an der Krone kann abplatzen
  • Durch die Verschiebungen im Kiefergelenk können Kopfschmerzen die Folge sein
  • Die Verspannungsfolgen können sogar bis in Nacken und Rücken ausstrahlen
  • Ohrgeräusche
  • Schmerzen in der Ohrregion
  • Kiefersperre
  • Kiefergelenkknacken

Lassen Sie es nicht so weit kommen!

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